Montag, 11. August 2014

Acht Uhr morgens

Je nach Blick: Science Fiction ist heute
Leser können auch Historiker sein. Manchmal entdecken sie alte Geschichten, die längst vergessen oder nur noch unter Experten bekannt sind. So habe ich es heute mit einer Kurzgeschichte von Ray Nelseon erlebt. Von diesem Autor hatte ich noch nie gehört. Und scheinbar ist er auch nur wegen dieser einen Geschichte aus dem Jahre 1963 überhaupt bekannt. 
Die Story heißt "Eight O'Clock in the Morning" und spielt in einer Science Fiction-Welt. Was mich daran interessiert? Mit den Mitteln der Fantasie wird eine Gesellschaftskritik formuliert, die auch heute noch aktuell ist. 
Zur Geschichte: Außerirdische unterdrücken die Menschheit mit Parolen, die über die Massenmedien verbreitet werden. Parolen wie "Heiratet und vermehrt euch", "Seid Gehorsam" und Vertraut eurer Regierung". Die beiden Philosophen Max Horkheimer und Theodor Adorno hätten ihre Freude an der Story gehabt, beschreiben sie doch das Phänomen der Kulturindustrie in ihrer "Dialektik der Aufklärung".
Der Regisseur John Carpenter hat die Kurzgeschichte im Jahre 1988 unter dem Originaltitel "They live" eindrucksvoll verfilmt. Entstanden ist ein Streifen mit bedrückender und hoffnungsvoller Atmosphäre zugleich.
Wer die Geschichte nachlesen möchte, findet Eight O'Clock in the Morning in englischer Sprache. Eine freie deutsche Übersetzung habe ich nicht gefunden. Vielleicht hat jemand von Ihnen dazu einen Hinweis.

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