Dienstag, 12. August 2014

Die Wirklichkeit ist surreal

Der Mann trug einen blauen Bademantel und einen schwarzen Zylinder. Er ging den Fußweg entlang, als halte er nach etwas Ausschau. Es roch nach süßsaurem Essen aus einem chinesischem Restaurant. An der Bordsteinkante stand eine Frau mit Schirm und wartete. Eine Polizistin sprach mit einem Mann in Jeansklamotten. "Ich bin der Nikolaus", rief mir ein Mädchen hinterher. "Nun denn, so sei es", sagte der Mann im blauen Bademantel.
Wer meint, das ist ein Traum? Die Wirklichkeit ist surrealer. Ein Weg von fünf Minuten durch die Stadt ist eine atemlose Folge lebendiger Szenen, je nach Blickwinkel skurril, lächerlich, abstoßend, abgsteinflößend, normal. Sie steigen wie Seifenblasen vor unseren Augen empor, schweben einen Moment und zerplatzen in feine Tröpfchen. Nur wenn wir von ihnen sprechen, bewahren wir sie vor dem Nichts. Unsere Aufmerksamkeit macht das Leben erst real.

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