Donnerstag, 28. August 2014

Gespräche

Grundlage des Schreibens sind Gespräche - jedenfalls für mich. Ganz klar, denn in jeder Geschichte, jedem Buch geht es schließlich um Menschen. Literatur, in denen Menschen letztlich auf handelnde Objekte reduziert werden, ist für mich äußerst trivial.
Also Gespräche. Ich höre gerne zu, weil viele Menschen interessantes zu erzählen haben. Zum Beispiel aus ihrem Leben. Von Wünschen, Hoffnungen und Schicksalsschlägen. Manche Menschen sind authentisch, andere wollen sich in einem möglichst guten Licht darstellen. Oft bieten gesellschaftliche, politische oder auch literarische Inhalte einen willkommenen Rahmen, um nicht zu persönlich zu werden.
Wie auch immer. Jeder zeigt in Gesprächen, wie er denkt und wer er ist. Es gibt keine unverfänglichen Themen. Allein Wortwahl und Ausdrucksweise verraten eine Menge über Hintergrund und Denken eines Menschen. Das Entscheidende sind aber die kleinen und großen Geschichten, die in Gesprächen zu Tage treten. Vielleicht die Haltung zu den Nachbarn, die wichtigen Dinge des eigenen Lebens, alltägliche Erlebnisse. Diese Geschichten sind es, vielleicht selbstverständlich und profan aus Sicht des Erzählers, die das Leben eines Menschen im speziellen und die Funktionsweise unserer Gesellschaft im Allgemeinen verständlich machen. Nicht das Offensichtliche bestimmt den Lauf dieser Welt, sondern es sind die vielen kleinen Geschichten im Verborgenen, die gebündelt als Stimmung über das Miteinander entscheiden. Das Einzufangen und zu beschreiben ist die Aufgabe von Literatur.

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