Samstag, 16. August 2014

Unterwegs erzählen Menschen Geschichten

Ich schreibe viel unterwegs. In Cafés zum Beispiel, auf öffentlichen Plätzen, in der Bahn. Das Leben um mich herum inspiriert mich. Inmitten von Menschen fühle ich mich wohl. Die Stimmen und Bewegungen, das Klirren von Geschirr, der Geruch nach Kuchen und Kaffee, das Kommen und Gehen erzählen mir kleine Geschichten von all diesen Menschen. Ich bin ein stiller Beobachter, der zwar allein an einem Tisch sitzt, sich aber nie einsam fühlt.
Unterwegs findet das Leben statt, auf der Straße. Hier sind die Menschen ganz sie selbst. In ihren Wohnungen und Häusern sind sie unbeobachtet und lassen sich gehen. Dort haben sie eine Mauer um sich. Doch draußen agieren sie mit anderen Menschen, mit Fremden, da zeigen sie ihr Gesicht. Auch wenn niemand ungeschminkt vor die Tür tritt - symbolisch gesehen - liegt die Wahrheit doch irgendwo auf der Straße.
Es ist nur die Frage, von welcher Wahrheit wir sprechen. Von meiner vielleicht? Ehrlich gesagt, traue ich keiner Wahrheit. Ich beobachte und schreibe, das genügt mir. Am liebsten unterwegs. Hatte ich schon erwähnt. Wenn ein Leser darin etwas findet, ein Wort, einen Gedanken, ist möglicherweise schon viel gesagt. Für mich erzählen Menschen Geschichten und ich - erzähle Menschen.

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