Donnerstag, 11. September 2014

Lebendiger Monolog

Wer an Literatur denkt, setzt zumeist eine geschriebene Sprache voraus. Schließlich werden Gedanken Lesern seit Jahrhunderten als Schrift verpackt in Büchern zugänglich gemacht. Doch wer sagt, dass Schrift immer auch geschrieben wird? Gerade eben diktierte ich zum Beispiel diesen Post. Das ist heute mit moderner Technik überhaupt kein Problem. Der Vorteil: ich gehe dabei herum, lasse meine Gedanken schweifen, sehe aus dem Fenster und spreche einfach darauf los. Dadurch ist das letztlich geschriebene Wort sehr viel lebendiger, als würde ich es sofort "zu Papier bringen". Alleine dadurch, dass ich stehe und umher gehe, macht einen großen Unterschied. Wie beim Telefonieren spreche ich im Grunde genommen zu meinen Lesern. Das verändert die Sprache und entfernt sie von all zu sehr geschliffenen niedergeschriebenen Worte. Der Nachteil: Jeder gesprochene Text muss natürlich überarbeitet werden. Gar nicht so sehr wegen einer "unreinen" Sprache, sondern vielmehr um manche Worte zu korrigieren, die von der Software nicht richtig in Schriftsprache umgesetzt wurden. Grundsätzlich kann ich jedem Schreiber nur empfehlen, viele seiner Texte zu sprechen und so die geschriebene Sprache durch das direkte Wort zu ergänzen. Zumal es oft schneller geht, zu sprechen als zu schreiben. Zudem baut ein lebendiger Monolog ganz von allein die Angst vor dem leeren Blattpapier ab. Ein Text entwickelt sich einfach – bearbeitet werden kann er danach immer noch.

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