Sonntag, 25. Januar 2015

Sonntag - schlichtere Konturen unserer Gesellschaft

Sonntag. Endlich Sonntag. Sonntag ist der schönste Tag der Woche. Nein, nicht deshalb, weil ich nicht arbeiten muss - im Gegenteil, weil ich ungestört arbeiten darf. Denn Sonntag ist der einzige Tag in der Woche, an dem die Welt ein wenig ruhiger atmet. Es gibt kein hektisches Treiben auf den Straßen, nur vereinzelt sind Menschen unterwegs. Deutlich weniger Lärm liegt in der Luft. Im Briefkasten stecken weder Zeitung noch Post. Niemand klingelt an der Haustür - außer vielleicht Menschen, mit denen ich mich gerne treffe.

Der Sonntag ist eine Zeit ganz für mich. Was ansonsten nur nachts der Fall ist. Ich kann einfach meinen Gedanken nachhängen und schreiben. Im Moment entsteht ein neuer Roman, der wieder in Hamburg spielt. Eine Mischung aus Thriller (oder Krimi - je nach Sichtweise) und Liebesgeschichte. Ganz locker mit Spannung und Humor erzählt. Mehr verrate ich jetzt aber noch nicht. Ende März soll das Buch fertig sein.

Dafür könnte ich allerdings mehr Sonntage pro Woche gebrauchen. Denn irgendwie schaffen es die Sonntage, einen Vorhang aufzuspannen, der die Gesellschaft verhüllt und ihr damit für einen Moment andere, viel schlichtere Konturen verleiht. Die Welt um mich herum wird plötzlich sehr viel einfacher. Weil es weniger Anforderungen von außen gibt, darf ich mich ganz auf mich selbst konzentrieren. Das entspricht sicher nicht allen Menschen. Viele werden es bedauern, dass sie zum Beispiel nicht einkaufen gehen können. Aber ich genieße den zeitweisen Stillstand um mich herum, der ja nur ein scheinbarer ist, denn alles wird aufgespart für die kommenden sechs Tage - bis der nächste Sonntag wieder eine kleine Atempause bringt.


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