Donnerstag, 5. Februar 2015

Leben wie in guten Büchern

In Büchern ist für mich meist die Entwicklung einer Geschichte spannend, der Weg, den die Protagonisten nehmen und die überraschenden Erlebnisse und Wendungen am Rand. Deshalb lese ich oft zunächst die letzten Seiten, um das Ziel dieses Weges zu kennen. Umso mehr kann ich dann die Irrungen und Wirrungen bis dahin nachvollziehen und genießen. Das ist auch eine prima Möglichkeit, gute von schlechten Büchern zu unterscheiden. Die guten Bücher sind spannend, unterhaltsam und überraschend, auch wenn das Ende bekannt ist. Sie leben von der Sprache und einer eigenen Welt. Bei den schlechten Büchern geht es nur um einen überraschenden Schluss. An ihnen ist nichts anderes interessant und sie langweilen, nimmt das Ende vorweg.
So ist es übrigens auch mit Freundschaften und Beziehungen: Spannend sind Menschen, die sich verändern. Wenn das Leben über Jahrzehnte vorgezeichnet ist und nichts überraschendes gescheschieht, fügen sich Ansichten und Meinungen fest - die Menschen sind dann starr wie alte Gemäuer, bis sie in sich zusammenfallen.
Doch das Leben sollte genauso überraschend sein, wie gute Bücher. Dazu gehören Wendungen, Irrwege, spontane Begegnungen, Widerstände und auch manche Trennung. Der Gewinn ist das Leben selbst, mit all seinen Gefühlen, seiner Erfahrung und seinem Wissen. Genau wie in Büchern - nur dass wir das Ende unserer Geschichte nicht von Anfang an kennen.

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