Montag, 2. Februar 2015

Momente großer Nähe

Der Philosoph Ludwig Wittgenstein hat geschrieben: „Ich bin meine Welt.“ Wenn dieser Satz richtig ist - und davon gehe ich aus - bedeutet er, dass jeder Mensch für sich selbst steht und mit sich ganz allein zurecht kommen muss.
Freundschaft und Liebe ist dann nichts anderes, als einen anderen Menschen aufzusuchen, Grenzen zu überwinden und seine Welt zu betreten, beziehungsweise die eigenen Welt für einen anderen Menschen zu öffnen.
Vielen fällt das sehr schwer. Wenn sich zwei Menschen kennenlernen, wahren sie eine Distanz. Diese Entfernung zu überfinden, ist ein spannendes Unterfangen. Im wirklichen Leben, wie auch in einem Roman. Ich schreibe gerade darüber, wie schwierig es manchmal sein kann, zusammenzukommen. Die beiden Protagonisten meines neuen Romans schaffen es im Moment nicht wirklich. Mehr verrate ich aber noch nicht. Voraussichtlich wird das Buch im März erscheinen, bis dahin muss ich um Geduld bitten.
Können Menschen überhaupt die Grenzen ihrer eigenen Welten überschreiten? Ich glaube, das ist möglich - zeitweise, in Augenblicken größten Einverständnisses. In Momenten zum Beispiel, in denen das Körperliche entweder keine oder gerade eine sehr große Rolle spielt, in denen das Denken andere Menschen kompromisslos einbezieht. Es gibt dieses absolute Gesprür für Freundschaft und Liebe - doch meistens verstehen wir darunter leider nur die Verabredung zu einem gemeinsamen Essen.

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