Freitag, 6. Februar 2015

Wenn wir verstehen, können wir verändern

Bücher erzählen uns spannende Geschichten, die uns ergreifen und von denen wir manchmal sogar glauben, dass sie wahr sind. Wir fiebern mit den Helden mit und freuen uns, wenn die Bösewichte ihre gerechte Strafe bekommen. Mit anderen Worten: Wir begleiten die Figuren auf ihrem Weg. Doch anders als in unserem eigenen Leben, haben wir dabei stets den Überblick, könne das Geschehen wie auf einer Landkarte betrachten. Wir sehen, wie alles auf ein Ereignis oder Ergebnis hin zuläuft. Die Entwicklung wird vor uns ausgebreitet.
Deshalb lernen wir viel aus Büchern, zum Beispiel wie Menschen miteinander umgehen und weshalb uns manches daran nicht gefällt. Wir leiden und wir freuen uns mit. Manchmal sind die Figuren aus Büchern für uns wie Freunde. Und doch fällt es uns schwer, in unserem Leben zu handeln, wie wir es von den Protagonisten unserer Bücher erwarten. Sind denn die Geschichten nicht wahr oder die moralischen Maßstäbe zu hoch? Was ist los mit uns, dass wir das Gute sehen und bewundern, aber dem Schlechten in unserer eigenen Handlungsweise oft den Vorzug geben? Wir straucheln wie die Helden unserer Bücher, weil wir genau wie sie den Weg nicht sehen. Und genauso wie in einem Roman, gibt es auch in unserem Lebensbuch gute und böse Charaktere. Wir wollen es meist nicht wahrhaben - aber natürlich können wir auch zu den bösen Charakteren gehören. Wer sagt denn, dass wir zwangsläufig die Guten sind? Je nach unserer Persönlichkeit füllen wir eine Rolle aus. Es muss nicht die des Helden sein....
Doch im Unterschied zu den Protagonisten aus unseren Büchern, können wir unsere Rolle gestalten. Wir haben die Wahl, je nach unserer Persönlichkeit. Die wichtigsten Voraussetzung dafür sind Neugier und Interesse an uns selbst und unserer Umgebung. Nur wenn wir verstehen, können wir auch verändern. Vielleicht wählen wir die Rolle des Bösewichts. Wichtig ist, dass wir dies bewusst machen. Denn es gibt nichts schlimmeres, als eine Rolle zu spielen, die weder gewollt ist, noch passt. Ein guter Mensch, der sich nur ausgenutzt fühlt ist genauso unzufrieden mit sich selbst, wie der Bösewicht, der sich grämt. Beides führt auf Dauer zu Enttäuschung und Missvergnügen. Das ist in jedem guten Roman nachzulesen.

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