Donnerstag, 11. Juni 2015

Mein Schreibtisch und ich

Der Blick vom Schreibtisch in den Himmel
Von unterwegs zurück an den Schreibtisch
Ich brauche meinen Schreibtisch. Jawohl. Von all meinen Besiztümern ist er das Wichtigste. Hier fühle ich mich sicher, von hier aus erkunde ich die Welt, hier werden meine Gedanken zu Büchern. Bei einem Umzug ist für mich der schrecklichste Moment, wenn mein Schreibtisch abtransportiert wird und ich bin so lange unruhig, bis er wieder an seinem Platz steht.
Mein Schreibtisch ist für mich Heimat. Ich räume ihn nie auf, weiß aber dennoch ganz genau, unter welchem Stapel ich die Informationen finde, die ich gerade benötige. Mein Schreibtisch ist wie ein Vulkan: In der Mitte ist ein wenig Platz zum Arbeiten, darumherum häuft sich der Ausstoß.
Das bedeutet aber nicht, dass ich die ganze Zeit am Schreibtisch sitze. Ich schreibe auch sehr gerne in Cafés oder an anderen Orten unterwegs. Doch wenn ich fort bin, weiß ich genau, dass mein Schreibtisch die Gedanken bewahrt, die ich auf ihm hinterlassen habe. Ich kann mich auf ihn verlassen. Es kommt nichts abhanden und ich finde es genauso vor, wie ich es hinterlassen habe. Nun ja, vielleicht ein wenig staubiger. Doch das macht meinen Schreibtisch eben auch aus - er lebt in dieser Welt und von ihm aus reise ich in der Fantasie und tatsächlich. Mein Schreibtisch ist das Zuhause, zu dem ich immer wieder zurückkehre.

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