Dienstag, 21. Juli 2015

Texte entstehen aus Emotionen

Schreiben ist ein Lebensgefühl. Es variiert von Schriftsteller zu Schriftsteller. Aber es findet sich in jedem Buch. Selbst Autoren, die das Schreiben als Handwerk betreiben, können ihr Lebensgefühl nicht außen vor lassen. Denn es spiegelt sich in den Figuren, in der Sprache, in Geschichte und Handlung.
Natürlich verändert sich das Lebensgefühl im Laufe der Jahre. Zwischen stürmischer Jugend und weisem Alter liegen Welten. Doch eines bleibt: Texte entstehen aus Emotionen. Selbst Sachtexten ist anzumerken, ob sie jemand mit Gefühl für den Inhalt verfasst hat.
Die besten Bücher sind sehr nahe an den Menschen, von denen sie handeln - und das heißt auch immer: nahe am Schriftsteller, der die Gefühle stellvertretend für seine Leser auslebt, erleidet und beschreibt. Autoren wie beispielsweise Kafka oder Hemingway haben das Schreiben gelebt. Anders ausgedrückt: Sie haben all ihre Lebensgefühl in ihre Bücher gelegt.
Natürlich trifft das auch auf andere Künstler zu. Ein Schauspieler wie James Dean und ein Musiker wie Kurt Cobain haben durch ihr Lebensgefühl Kinogänger und Konzertbesucher fasziniert. Sie waren authentisch, weil sie die dargestellten Emotionen aus sich selbst heraus gezogen haben. Das war ihr Leben - und daran sind sie zerbrochen.
Kunst bedeutet, Leben ausdrücken, Emotionen sichtbar machen, andere Menschen am eigenen Lebensgefühl teilhaben lassen. Die beste Kunst trifft damit das Lebensgefühl ihrer Zeit.