Dienstag, 20. Oktober 2015

Der lange Schatten der Vergangenheit

Der beste Rat für Autoren, Leser und Rezensenten: Beschäftigen Sie sich mit der Geschichte des Films, sehen Sie sich Kunstwerke aus allen Jahrhunderten an, hören Sie Musik verschiedenster Stilrichtungen von Klassik über Jazz bis Pop und verschlingen Sie Bücher von den alten Griechen bis zu den neuesten Werken von Indie-Autoren.
Warum? Weil es spannend ist. Weil nur so der Zusammenhang zwischen kultureller Entwicklung, gesellschaftlichen Ansichten und künstlerischen Auseinandersetzungen mit Moral, Ethik, Anstand, Religion, Politik und dem Denken der jeweiligen Zeit greifbar ist. Weil sich nur so eigene Maßstäbe für den Umgang mit Kunst finden lassen. Weil Überblick und Erfahrung gute Lehrmeister sind. Und letztlich: Weil es auschließlich auf diese Weise möglich ist zu begreifen, auf welchem kulturellen Erbe wir heutigen Schriftsteller, Leser und Rezensenten aufbauen.
Natürlich ist es Arbeit, all die Bücher zu lesen, Filme zu sehen, sich mit der Musik und Malerei von Jahrhunderten auseinanderzusetzen. Aber es lohnt den Aufwand. Nach und nach gibt es immer mehr Verbindungslinien, fügen sich die scheinbar weit auseinander liegenden Werke nahtlos zusammen. Denn kein Künstler steht nur für sich. Es ist eine spannende Reise, auf der Einflüsse und Denkrichtungen immer deutlicher werden. Kunst verändert die Gesellschaft - die Gesellschaft beeeinflusst Kunst.
Wer das Heute verstehen will, muss die Entwicklung bis zum Jetzt nachvollziehen.