Montag, 12. Oktober 2015

Die kulturelle Vielfalt unserer Welt

Schon Isaac Newton hat gesagt, er habe deshalb in der Physik Großes leisten können, weil er auf den Schultern von Riesen gestanden habe. Sein Blick reichte dadurch weiter, als es bis dahin jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte möglich gewesen war. Newton sah zu den Sternen auf und erklärte die Gravitation.
Doch steht nicht jeder von uns auf den Schultern von Riesen? All unser Wissen baut auf einer langen Folge von Generationen auf, die jede für sich ihren Teil zum heutigen Stand beigetragen hat. Entwicklung ist das Ergebnis von vielen verschiedenen Beiträgen, von Erfolgen und Misserfolgen, Versuchen, von Scheitern und von Leistungen. Ganz abgesehen von der Vererbung und unserer genetischen Verbindung zu einem Großteil der Menschheit, bis zurück zu bereits ausgestorbenen Menschenarten.
Andererseis müssen wir gar nicht soweit zurückblicken. Auch in unserer kurzen Lebensspanne gibt es Menschen, auf deren Schultern wir uns empor schwingen. Manche von ihnen kennen wir sehr gut, andere vielleicht auch nicht.
Ein Schriftsteller kann geprägt sein von Büchern, die er in seiner Jugend gelesen hat oder im späteren Leben. Von Lesungen, auf denen er mit Kollegen ins Gespräch gekommen ist. Aber auch von einer zufälligen Begegnung im Bus, bei dem sein Sitznachbar einen Satz gesagt hat, der ihm nie mehr aus dem Sinn ging. Ganz zu schweigen von Freunden und Bekannten, Ehepartner und engen Vertrauten.
Wenn wir neugierig mit offenen Augen und Ohren durch unser Leben gehen, können wir mit sehr vielen Menschen Informationen und Emotionen teilen. Wir können diesen Austausch für unser eigenes Denken, unsere Projekte und Leidenschaften, sogar für unsere Beziehungen nutzen. Es liegt eine Chance darin, mit möglichst vielen Menschen zusammenzukommen, die kulturelle Vielfalt unserer Welt für uns zu entdecken.
Ab und zu sollten wir dabei zurückblicken, um uns bei denen zu bedanken, auf deren Schultern wir stehen. Unsere Vorfahren und alte Schulfreunde vielleicht, möglicherweise Vorbilder und frühere Lehrer, ganz bestimmt aber bei den Menschen, mit denen wir regelmäßig zusammen sind.