Donnerstag, 22. Oktober 2015

Ich erzähle Menschen

In drei Worten fasst mein schriftstellerisches Credo - andere würden vielleicht sagen: mein Slogan - meine Arbeit zusammen.
Das Ich steht für die persönliche Art und Weise in der ich schreibe. Meine Bücher geben meine individuellen Gedanken wieder und ich verstecke mich nicht hinter Worten.
Ich meine, was ich erzähle. Das ist auch schon das zweite Wort. Es sagt etwas über meinen Stil. Aus allem, was ich denke, fühlte, sehe und höre werden Geschichten. Ich kommentiere nicht, ich halte keine Reden, ich beschreibe einfach die Welt, wie ich sie sehe, empfinde und wahrnehme.
Aber mein Slogan sagt nicht, dass ich Geschichten erzähle, sondern Menschen. Warum? Nun, gramatikalisch ist das zwar nicht ganz korrekt, aber es trifft den Kern meines Schreibens. "Bei David Jonathan habe ich stets den Eindruck, dass die Menschen die Geschichte entwickeln und nicht von der Geschichte entwickelt werden“, schreibt eine Leserin. Genau das ist der Punkt. Es geht mir um den Blick auf Menschen. Handlung kommt von selbst, wenn ich die Belange, Hoffnungen, Wünsche, Träume und Zwänge von Menschen erzähle. Die ernsthafte Auseinandersetzung mit unserer Welt, unserer Gesellschaft und dem Einzelnen darin ist für mich der Antrieb meines Erzählens. Ich schreibe keine ausgedachten Geschichten, sondern wahre Momente in den Leben von Menschen.