Samstag, 31. Oktober 2015

Lesungen sind ein Event

In dieser Woche hatte ich wieder eine Lesung - und ich muss sagen: Lesungen sind für einen Schriftsteller sehr wichtig. Warum? Wegen des direkten Kontakts zum Publikum.
Im Moment habe ich das große Privileg, dass ein Vorleser meine Texte liest. Ich sitze also selbst im Publikum und höre zu. Dabei erlebe ich nicht nur die Reaktionen des Publikums - von ernsten Minen über herzhaftes Lachen bis zu nachdenklichen Gesichtern - sondern verstehe meine Texte auch ganz anders. Jeder Lesung verändert meinen Zugang zu meinem eigenen Schreiben.
Darüber hinaus kann ich dem Publikum ganz praktisch Fragen stellen: Was hat gefallen und was nicht? Je mehr ich ernsthaft frage, desto ehrlicher ist das Feedback. Und genau das brauche ich, sachliche und ehrliche Kritik.
Doch eines hat sich im Vergleich zu früheren Lesungen verändert: Die Lesung selbst ist das Event. Die Menschen gehen weniger zu der Veranstaltung, um einen Schriftsteller zu erleben und mit ihm über seine Bücher ins Gespräch zu kommen, als vielmehr zur Unterhaltung - so wie sie auch ins Theater oder Kino gehen. Deshalb werde ich in meine nächsten Lesungen noch mehr unterhaltende Elemente einbauen. Das Publikum möchte etwas erleben - und mir machte es Spaß, mit den Menschen zu interagieren. So komme ich wieder zurück zu einer Kultur des Erzählens und entwickle damit auch kontinuierlich mein Schreiben.