Samstag, 3. Oktober 2015

Manchmal kann ich einfach nicht mehr schlafen

Ich bin kein Frühaufsteher. Im Gegenteil, eher ein Morgenmuffel. Meist schreibe ich nachts, denn da stört mich nichts von außen: Kein Telefon, keine Anforderung, nichts los auf den Straßen, fast absolute Ruhe.
Aber es gibt Ausnahmen. Heute zum Beispiel konnte ich einfach nicht mehr schlafen. Ich bin einfach viel zu aufgeregt, es passiert gerade zu viel. Mein neuer Roman Machtfaktor läuft gut an und verkauft sich auch als Taschenbuch. Die nächsten Lesungen stehen vor der Tür. Und das Wichtigste: Ich habe mit einem neuen Roman begonnen. Der beschäftigt mich im Moment so sehr, dass ich kaum an etwas anderes denken kann. Wenn der Kopf rotiert, ist das Bett nicht mehr der richtige Ort.
Es wird diesmal kein Thriller, sondern eine Geschichte von Menschen, die sich auf den Weg machen und einfach unterwegs sind. Viel mehr weiß ich auch noch nicht. Ich bin gerade dabei, die ersten Seiten zu schreiben und mir selbst Klarheit zu verschaffen, worum es eigentlich geht.
Ich bin kein Schriftsteller, der lange plant. Meine Geschichten werden nicht erst konzipiert und entworfen. Sie entwickeln sich beim Schreiben. Es gibt eine Grundidee, an der entlang ich erzähle. Viele Wendungen geschehen spontan. Die Stärke dieser Methode liegt darin, dass sie überraschende Verläufe zulässt und die Charaktere sich dadurch in den Vordergrund spielen. Ich erlebe die Geschichte quasi selbst und schreibe sie dabei auf. Das ist allerdings auch sehr anstrengend, denn es ist kein rationales, sondern ein emotionales Vorgehen.
Deshalb konnte ich heute einfach nicht mehr schlafen, sondern musste mich an den Rechner setzen, um weiterzuschreiben. Die Geschichte lässt mich nicht in Ruhe.