Montag, 23. November 2015

Sprudelnde Quelle für neue Ideen

Schriftsteller gelten als schwierige Einzelgänger. Sicher nicht ganz ohne Grund. Der Prozess des Schreibens erfordert hohe Konzentration und viel Kraft für die Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken sowie fortwährenden Zweifeln. Deshalb schreibe ich oft unterwegs in Cafés und auf öffentlichen Plätzen, wo ich unter Menschen bin. Dennoch bleibe ich auch dort allein mit meinen Ideen, mit Stift und Papier.
Anders bei Lesungen. Da habe ich den unmittelbaren Austausch mit meinen Lesern. Wie gestern im Wuppertiger Instyle in Wuppertal. Mehr als drei Stunden habe ich aus meinen Büchern gelesen, über Hintgründe meiner Texte gesprochen, Fragen beantwortet und kleine Geschichten aus dem Leben eines Schriftstellers erzählt. Das Publikum war sehr interessiert, zeitweise gab es einen lebhaften Austausch, dann wurde wieder konzentriert zugehört.
Dieses direkte und indirekte Feedback ist eine große Motivation für mich und eine sprudelnde Quelle für neue Ideen. Ganz besonders ist die Mimik des Publikums ein wichtiger Indikator für dir Qualität meiner Texte: An welchen Stellen wird gelacht, wo geschwiegen, gibt es Zeichen von Anspannung, werden vielleicht sogar mehr Texte gewünscht? Richtig interessant wird es für mich, wenn sich die Zuhörer mit eigenen Erlebnissen und Vergleichen aus anderen Büchern einbringen. Ich biete dem Publikum Unterhaltung und bekomme eine lebendige, direkte Reaktion zurück. Damit kann ich mich wieder an meinen Schreibtisch setzen und allein weiterschreiben.

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