Dienstag, 17. November 2015

Wegweiser im Kampf um das Zeitbudget

Wir alle konkurrieren um das Zeitbudget unserer Mitmenschen. So verkaufen Schriftsteller zwar offensichtlich Bücher. Tatsächlich aber bieten sie ihren Lesern an, Zeit unterhaltsam zu verbringen. Dabei stehen sie in direktem Wettbewerb zu vollkommen anderen Angeboten, wie zum Beispiel Sport im Fitnessstudio, einem Spaziergang mit Freunden oder vielleicht einem Bummel durch die Stadt.
Ein Buch muss also die Aufmerksamkeit eines Lesers so sehr fesseln, dass er ihm den Vorzug vor anderen möglichen Aktivitäten gibt. Dazu muss er in die Geschichte eintauchen können und sie beim Lesen zu seiner eigenen machen. Nur wer in der Welt eines Buches mit lebt, kann das Buch nicht einfach aus der Hand legen.

Autoren sind Sympathieträger in eigener Sache

Doch heutzutage ist es nicht nur die Geschichte in einem Buch allein, sondern es sind auch die Geschichten um das Buch herum und die Geschichten seines Autors. In einer Welt, in der durch die sozialen Medien jeder Einzelne sozusagen auf einer Bühne steht, wird jedes Buch zu einem multimedialen Ereignis. Die fiktive Handlung wird verknüpft mit dem realen Leben des Autors, seiner Präsentation auf Facebook, Twitter und YouTube, um nur drei der zahlreichen Kanäle zu nennen. Der Schriftsteller selbst wird in der Welt des sozialen Rampenlichts zu einer Figur. Letztlich ist es diese Figur, der Sympathieträger seiner eigenen Werke, dem Leser ihre Zeit geben, von dem sie persönlich erwarten, gut unterhalten zu werden.
Neben dem Schreiben sollte jeder Autor deshalb vor allem daran arbeiten, persönlichen Kontakt zu seinen Lesern aufzubauen, um Vertrauen zu gewinnen. Denn Bücher von bekannten Schriftstellern haben eine größere Chance, Berücksichtigung im Zeitbudget zu finden. Ähnlich übrigens wie bei einem Restaurant, in dem jeder Gast auch eine Erwartung hat, die sich zusammensetzt aus dem Ambiente, der persönlichen Ansprache und der Qualität der Speisen.

Umfrage und Newsletter

Autoren müssen ihren Lesern heute Orientierung in der Masse der Veröffentlichungen bieten. Der Wegweiser zu ihren Büchern können zunächst nur sie selbst sein. Später sind es auch begeisterte Leser, die andere auf die Werke hinweisen. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.
Übrigens habe ich gerade eine Umfrage zum Thema "Was erwarten Leser von einem guten Buch" gestartet und freue mich, wenn Sie daran teilnehmen.
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