Freitag, 29. Juli 2016

Ein kleiner Gedanke über die Zeit

Kennen Sie das auch? Die Zeit rast davon und die eigene Produktivität kann ihr nicht folgen. Nicht, weil Sie faul sind oder sich verzetteln, sondern weil jedes Projekt mehr Zeit braucht, als Sie ihm einräumen möchten.
Mir geht es so vor allem beim Schreiben. Ich lebe dabei in zwei Welten. Die eine Welt ist die des Buches, das ich gerade schreibe. Es ist eine sehr langsame Welt, in der jeder Satz, jedes Wort gut überlegt sein muss. Ich benötige ungefähr ein Jahr, um ein neues Buch zu schreiben.
Doch in diesem Jahr lebe ich gedanklich auch in einer zweiten, sehr viel schnelleren Welt. Die Welt meiner Fantasie und der Planung. Hier prasseln Ideen auf mich ein und Geschichten. In dieser Welt plane ich mindestens schon zwei weitere Bücher, die in meinem Kopf schon fertig sind.
Jeden Tag wieder ist es eine Herausforderung, die beiden Welten produktiv zusammenzubringen, mich auf das Schreiben zu konzentrieren, während ich gedanklich schon viel weiter bin. So arbeite ich in gewisser Weise parallel: notiere meine Gedanken in Notizbücher, recherchiere, skizziere Handlungsabläufe, füge zusammen und verwerfe. Gleichzeitig schreibe ich in stoischer Gelassenheit am aktuellen Buch. Ich finde Ruhe in neuen Ideen und indem ich sie auch im Arbeitsprozess nicht beiseite schiebe oder gar unterdrücke, wirken sie positiv auf meine Arbeit ein. Nicht selten ergeben sich spannende Wendungen in einem meiner Bücher aus diesem integrierten Schaffensprozess. Manches dauert dadurch zwar etwas länger, aber die Qualität meiner Arbeit ist höher - und ich bin wesentlich entspannter.

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