Sonntag, 18. September 2016

Acht Tipps für den Umgang mit Niederlagen

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Viele Künstler erleben herbe Niederlagen. Sei es, dass Bücher, Songs oder Auftritte verrissen werden oder sie Angriffen auf ihre Person ausgesetzt sind. Die Erfolge sind im künstlerischen Bereich größer als in anderen Berufen und die Niederlagen sind härter. Das liegt einfach daran, dass ein Künstler sich immer selbst mit Haut und Haaren einbringt, sich nie hinter ein abstraktes Projekt zurückziehen kann. Er selbst ist das Projekt und es sind seine Gedanken, seine Fähigkeiten, die öffentlich gefeiert oder niedergemacht werden.
Es ist schwer, mit solchen Niederlagen umzugehen. Sie sind schmerzhaft, weil sie immer sehr persönlich sind. Hier einige Tipps, wie aus Niederlagen doch noch Erfolge werden.
1. Trotz ist gut. Meine erste Reaktion ist immer: Jetzt erst recht. Eine Niederlage setzt das Gefühl frei, gerade dadurch letztlich alles erreichen zu können und ich mache mich sofort wieder an die Arbeit. Auf keinen Fall also von einer Niederlage entmutigen lassen.
2. Fingerzeig zur Verbesserung. Auch wenn man es selbst nicht wahrhaben will, gibt es natürlich immer Gründe für eine Niederlage. Viele können wir selbst nicht beeinflussen, da sie nicht bei uns liegen. Aber jede Niederlage kann zu einer Analyse genutzt werden, wo wir uns und unsere Kunst optimieren können. Selbstkritik führt zu einer positiven Entwicklung und zu Erfolgen.
3. Erwartungen erkennen. Wenn ein Buch oder Bild nicht gefallen, liegt es auch an einer Diskrepanz zwischen der eigenen Kunst und den Vorstellungen des Publikums. Wer Unterhaltung möchte und an ein philosophisches Buch gerät, wird keine gute Kritik schreiben. Jeder Künstler sollte sich also bewusst überlegen, ob er eigenen Ideen und Gedanken umsetzen will oder für das Publikum arbeitet. Ein Mittelweg könnte von der Niederlage zum Erfolg führen.
4. Pause einlegen. Manchmal hilft nach einer Niederlage ein Rückzug. Zum einen, um die eigene Enttäuschung zu verarbeiten, aber auch, weil eine bewusste Pause oft zu neuen und besseren Ideen führt. Einfach durchatmen, die Kritik wegstecken und danach neu beginnen.
5. Niederlagen akzeptieren. Sie sind ein natürlicher Teil der eigenen künstlerischen Entwicklung, denn erst durch sie ist eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den eigenen Ideen und dem Geschmack des Publikums überhaupt notwendig. Niederlagen sind die Täler, die wir durchqueren müssen, um die Gipfel des Erfolgs zu erklimmen.
6. Es gibt mehr Niederlagen, als Erfolge. Nur, wer alle seine Ideen ausprobiert, wird wirklich Erfolg haben. Doch die meisten Ideen führen zu Niederlagen. Wir müssen erst mühsam herausfinden, welche unserer Ideen das Potential haben, uns nachhaltig voranzubringen. Niemand weiß das - keine Verlage, keine Literaturagenten, keine Galerien oder Labels. Im künstlerischen Bereich begeben wird uns mit jeder Idee auf dünnes Eis und werden öfter einbrechen, bis wir den Weg zu unserem persönlichen Erfolg finden.
7. Niederlagen sind keine Schande. Daher sollte jeder offen damit umgehen. In der heutigen Zeit ist Kommunikation besonders wichtig. Die Menschen möchten alles über andere Menschen erfahren. Da gehören Niederlagen einfach dazu, weil ein nach außen perfektes Leben sowieso sehr unwahrscheinlich ist. Niederlagen machen sympathisch und wecken daher Sympathien. Außerdem: Wer offen damit umgeht, bekommt den einen oder anderen guten Tipp.
8. Merken, merken, merken. Niederlagen sollten nie aus dem Gedächtnis gestrichen werden. Auch nicht, wie sich eine Niederlage anfühlt. Denn Niederlagen sind Ansporn und Motivation auf dem Weg zum Erfolg. Nur wer Niederlagen kennt und sich aus ihrem Tief herausarbeiten musste, ist wirklich bereit, als Künstler zu bestehen.
Übrigens: Wer sich durch Niederlagen von seinen Ideen und Träumen abbringen lässt, hat noch nicht die richtige Tätigkeit für sich gefunden. Insoweit sind Niederlagen auch ein wichtiger Gradmesser für die Ernsthaftigkeit des eigenen künstlerischen Schaffens.